Der Sonderpädagogische Dienst begleitet Paul seit Anfang des Jahres im Rahmen von Beratung und Unterstützung in der Inklusion, weil bei ihm eine Sehbehinderung aufgetreten ist. Paul hat einen stark herabgesetzten Visus (0,1) und ist deshalb für den Unterrichtsalltag in der Inklusion auf Hilfsmittel angewiesen.
Mit den richtigen Hilfsmitteln im Klassenzimmer
Da Paul sehr stark an Unterrichtsmaterial annähern muss, bekam er als erstes einen Schrägstellbaren Tisch mit magnetischer Auflage, den der Hausmeister der Schule selbst umgebaut hat. So kann er beim Lesen und Schreiben stark annähern und trotzdem eine aufrechte, ergonomische Körperhaltung bewahren. Danach hat Paul ihm Rahmen der Schulsprechstunde in der Sehbehindertenambulanz der Universitätsaugenklinik Tübingen verschiedene Hilfsmittel erprobt. Folgende Hilfsmittel wurden verordnet:
Eine mobile Handlupe, ein Monokular für unterwegs (z.B. Bahn fahren, Zoobesuch) sowie fürs Klassenzimmer eine Tafelkamera mit einem großen Monitor mit Schwenkarm. So kann er das Tafelbild abfilmen und an seinem Arbeitsplatz an seinem Monitor von Nahem betrachten. Mit Hilfe des Schwenkarms kann er den Monitor flexibel an die Position ziehen, die für ihn notwendig ist. Das Kamerabild kann er stufenlos vergrößern und den für ihn notwendigen Kontrast einstellen, um bestmöglich und energieschonend lesen zu können.
Selbstständig dem Unterricht folgen
Seit Paul die Tafelkamera im Einsatz hat, ist es für ihn selbst wieder möglich, uneingeschränkt dem Unterricht zu folgen. Das ist natürlich auch für seine Lehrer eine große Erleichterung, denn Tafelarbeit gehört einfach zum Unterricht in der Inklusion und nicht immer kann ein Lehrer jeden Schritt, den er an der Tafel notiert, vorhersehen und bereits vorab für Paul auf Papier drucken.
Falls ein Arbeitsblatt für Paul schlecht zu erkennen ist, weil es beispielsweise zu klein gedruckt ist, kann er dies ebenfalls unter seine neue Tafelkamera legen und an seinem Monitor in geeigneter Größe und mit verstärktem Kontrast betrachten, denn die Kamera hat auch eine Linse für die Nähe. Auch seine Arbeitsergebnisse kann er dort in für ihn angenehmer, geeigneter Größe betrachten.


